Antifaschismus

Antifaschismus

Antifaschismus spielt im Selbstverständnis von meiner Partei und mir eine wesentliche Rolle. Mein Großvater leistete während des Hitler-Faschismus aktiv Widerstand und verbüßte deshalb mehrmalige Haftstrafen im Zuchthaus. Diesem Erbe fühle ich mich seit meiner Jugend verpflichtet. Daher bin seit mehreren Jahren Mitglied in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA). Die Vereinigung wurde von überlebenden Verfolgten und Gegnern des NS-Regimes ins Leben gerufen und stellt sich aktiv gegen neue völkisch-nationalistische Bestrebungen. Gerade deshalb ist die kurzzeitige Aberkennung der Gemeinnützigkeit ein Skandal. Dass die VVN-BdA die Gemeinnützigkeit zurück erhalten hat war zwingend notwendig.

Unabhängig von der VVN-BdA ist es aber wichtig, dass wir uns allen Formen der Menschenfeindlichkeit entgegen stellen und unsere Solidarität mit bedrohten Menschen zum Ausdruck bringen. Beispielsweise protestierte ich gemeinsam mit anderen Antifaschistinnen und Antifaschisten am 3. Oktober gegen „III. Weg“. Dieser versuchte am „Tag der Einheit“ durch Hohenschönhausen zu marschieren. Es ist gelangen, den Marsch dieser Neo-Faschisten weitgehend zu verhindern.

Weiterhin setze ich mich für eine antifaschistische Erinnerungskultur ein, um das Gedenken an die Opfer von damals und heute zu bewahren. Ohne die vier Siegermächte wäre der Hitlerfaschismus nicht besiegt worden. Und dabei ist insbesondere die Sowjetunion zu nennen. Mehr als 27 Millionen sowjetische Bürgerinnen und Bürger fielen dem deutschen Angriffskrieg sowie der Besatzung zum Opfer. Diese Verbrechen dürfen wir nie vergessen. In Berlin war der 8. Mai – anlässlich der Befreiung vom Faschismus vor 75 Jahren – ein einmaliger gesetzlicher Feiertag. Ein guter Schritt, aber keineswegs ausreichend. Um das Ende des 2. Weltkrieges und die Befreiung entsprechend zu begehen, plädiere ich dafür, dass der 8. Mai ein dauerhafter landesweiter Feiertag wird.